Kaleido Ostbelgien


Impfung gegen Humane Papillomaviren (HPV)

Diese kostenlose Impfung wird allen SchülerInnen im 1. Sekundarschuljahr oder im Alter von 11-13 Jahren angeboten.

Wogegen schützt die HPV‑Impfung?

Die Impfung schützt vor Infektionen mit Humanen Papillomaviren (HPV). 

HPV wird durch engen Haut- und Schleimhautkontakt im Genitalbereich übertragen – zum Beispiel beim vaginalen, analen oder oralen Geschlechtsverkehr, aber auch beim Petting ohne Geschlechtsverkehr. HPV zählen zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen. Etwa 80% aller sexuell aktiven Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit HPV. Die Hälfte der Infektionen kommt im Alter von 15-24 Jahren vor.

Es gibt über 200 verschiedene Typen der Humanen Papillomaviren. Manche HPV-Typen können Genitalwarzen, Krebsvorstufen und verschiedene Krebsarten verursachen, darunter Gebärmutterhals-, Anal-, Penis-, Vulva- sowie Mund- und Rachenkrebs. Manchmal schlummern die Viren jedoch über Jahre im Körper, ohne irgendwelche Anzeichen oder Symptome hervorzurufen. Dann kann es zu einer unbewussten Übertragung auf andere kommen. Etwa ein Viertel der HPV-bedingten Krebserkrankungen betrifft Männer. Daher ist es wichtig, alle Teenager zu impfen.

Der 9-valente Impfstoff (Gardasil®) schützt vor 9 verschiedenen HPV-Typen, darunter 7 aggressive Typen (16, 18, 31, 33, 45, 52 und 58) und 2 Typen (6 und 11), die rund 90 Prozent aller Genitalwarzen hervorrufen.

Warum ist die HPV‑Impfung wichtig?

Die meisten Menschen merken nicht, dass sie mit HPV infiziert sind, da die Infektion oft symptomlos verläuft und von allein abheilt. Bestimmte HPV-Typen können neben Feigwarzen auch Warzen an Füßen, Händen und seltener im Mund und Hals verursachen. Eine Infektion kann jedoch über Jahre bestehen bleiben und langfristig schwere Folgen haben: 

  • Hauptursache für Gebärmutterhalskrebs

  • Beteiligung an weiteren Krebsarten (z. B. Anal‑, Penis‑ oder Rachenkrebs)

Es gibt keine spezifische Behandlung gegen Infektionen mit Humanen Papillomaviren (HPV). Behandelt werden vielmehr die Folgen einer HPV-Infektion, wie Krebsvorstufen, Krebserkrankungen oder Genitalwarzen.

Die Impfung schützt vor den häufigsten krebsauslösenden HPV‑Typen und kann das Risiko für diese Erkrankungen deutlich senken. Nahezu 100% der Fälle von Gebärmutterhalskrebs werden durch HPV verursacht. Weltweit ist der Gebärmutterhalskrebs die fünfhäufigste Krebserkrankung. Dies geht aus einem Gutachten den belgischen Hohen Gesundheitsrates (Nr. 9181 von 2017) hervor.

Wer und wann wird geimpft?

Die Impfung wird sowohl Mädchen als auch für Jungen empfohlen, da beide betroffen sind. 

Die Impfung sollte möglichst vor dem ersten sexuellen Kontakt erfolgen, da sie dann den besten Schutz bietet.

Der Belgische Hohe Gesundheitsrat empfiehlt die HPV-Impfung für alle Mädchen und Jungen im Alter von 11 bis 13 Jahren. Die Impfung kann auch durch den Hausarzt oder die Hausärztin erfolgen. 

Wie wirkt die HPV‑Impfung?

Die Impfstoffe enthalten bestimmte Virusbestandteile, die das Immunsystem dazu anregen, Antikörper zu bilden. Dadurch ist der Körper bei Kontakt mit HPV geschützt, und eine Infektion kann verhindert werden.

Wirksamkeit

Die HPV-Impfung wird weltweit seit vielen Jahren eingesetzt und ist sehr sicher und wirksam. 

Australien zeigt eindrucksvoll den Erfolg der HPV-Impfung: Dank hoher Impfquoten und gezielter Vorsorge wurde 2021 bei Frauen unter 25 Jahren erstmals seit fast 40 Jahren kein Fall von Gebärmutterhalskrebs mehr registriert. Das Land gilt als Vorreiter und könnte bis 2035 Gebärmutterhalskrebs nahezu vollständig eliminieren.

Auch eine große schwedische Langzeitstudie mit über 926.000 Mädchen und jungen Frauen bestätigt den langfristigen Schutz der HPV-Impfung: Das Risiko für Gebärmutterhalskrebs war bei Geimpften um 79 % geringer als bei Ungeimpften – und der Schutz blieb über viele Jahre bestehen. Die Ergebnisse decken sich mit Studien aus Dänemark, den Niederlanden, Schottland, den USA und England. Gemeinsam zeigen sie: Die HPV-Impfung schützt wirksam vor HPV-Infektionen und beugt langfristig Gebärmutterhalskrebs vor. Je früher die Impfung erfolgt – idealerweise vor dem ersten Kontakt mit HPV –, desto besser kann sie ihre Schutzwirkung entfalten.

Wie wird die Impfung verabreicht?

Die HPV‑Impfung besteht aus zwei Injektionen in den Oberarm, die im Abstand von mindestens 5 Monaten verabreicht werden. 

Verträglichkeit und Nebenwirkungen?

Wie bei allen Impfungen, können leichte Nebenwirkungen auftreten, z. B.:

  • Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle

  • Kopfschmerzen

  • Bauchschmerzen

  • Leichtes Fieber 

  • Müdigkeit oder Unwohlsein

Bei Körpertemperatur > 38,5 °C oder Schmerzen kann Paracetamol verabreicht werden. 

Schwere Nebenwirkungen sind sehr selten. Sollten stärkere Reaktionen auftreten, wenden Sie sich bitte an Ihren Haus- oder Kinderarzt.

Was sollte man zusätzlich beachten?

  • Die Impfung schützt nicht gegen bereits bestehende Infektionen.

  • Regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen bleiben wichtig: Die Impfung schützt nicht vor seltenen Formen des Papillomavirus. Daher wird allen Frauen ab 25 Jahren empfohlen, regelmäßig einen Abstrich des Gebärmutterhalses bei ihrem Gynäkologen durchführen zu lassen. 
  • Kondome verringern das Ansteckungsrisiko, bieten jedoch keinen vollständigen Schutz vor HPV.
  • Auch Jungen profitieren von der Impfung, da sie das Virus weitergeben und selbst erkranken können.

Hinweise für Eltern

  • Füllen Sie die Einverständniserklärung aus, die Sie vor der Untersuchung erhalten

  • Geben Sie den Impfpass am Tag der Untersuchung mit

  • Bei Fragen stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.

Fazit

Die HPV‑Impfung ist eine bewährte Vorsorgemaßnahme gegen bestimmte Krebsarten und HPV‑Infektionen.

Sie bietet den besten Schutz, wenn sie frühzeitig durchgeführt wird, und trägt dazu bei, die Verbreitung der Viren zu reduzieren.