Trauergruppe St. Vith

„Der Tod gehört zum Leben“ lautet eine bekannte Redensart, die zwar vieles auf den Punkt bringt, den Hinterbliebenen aber kaum Rückhalt bietet oder Trost spendet. Immer wieder werden auch junge Menschen mit dem Tod konfrontiert, sei es in ihrer Familie oder im Freundeskreis. Eine Trauerzeit ist nicht zeitlich begrenzt. Auch nach Jahren und besonders im Jugendalter kann eine lang überwunden geglaubte Trauer wieder aktuell werden. Angesprochen werden somit alle Jugendlichen, die aktuell oder vor längerer Zeit einen Elternteil, einen Bruder oder eine Schwester, Großeltern, eine Freundin oder einen Freund oder….durch Tod verloren haben.

Um Jugendliche in ihrer Trauer zu unterstützen, hat der Palliativpflegeverband Anfang Januar 2006 eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen. Diese besteht aus Vertretern verschiedener Einrichtungen, die sich um die psycho-soziale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen bemühen: das Sozial-psychologische Zentrum St. Vith, Psychologen der Krankenhäuser (z. Z. des Krankenhauses Eupen), eine Streetworkerin des Jugendbüros der D.G.,  Kaleido Ostbelgien / St.Vith und die Psychologin des Palliativpflegeverbandes, welche die Koordination übernimmt.

Ziel dieser Arbeitsgruppe ist die Öffentlichkeitsarbeit und somit  eine  Sensibilisierung, eine Bewusstseinsbildung und Informationen zu den Themen "Sterben, Tod und Trauer" anzubieten.


Folgende Projekte sind bearbeitet worden:

  • Zu Beginn hat die Arbeitsgruppe einen "Reisekoffer" für Kindergärtnerinnen  und Primarschullehrer zusammengestellt, in dem Kinderbücher zum Thema, Theorie und eine Arbeitsmappe mit Unterrichtsideen zu finden sind. Diese Idee des Reisekoffers und das darin enthaltende Material wurde durch eine Weiterbildung zum Thema "Tod und Trauer bei Kindern" den Lehrpersonen und Kindergärtnerinnen vorgestellt - somit wurden sie für dieses Thema sensibilisiert.
    => in jeder Servicestelle von Kaleido befindet sich ein Reisekoffer mit unterschiedlichen Kinderbüchern.
  •  Es wurde des weiteren eine interaktive Ausstellung für Primarschulkinder  "Lebensweg" organisiert. Dort konnten die Kinder sich auf spielerische Art und Weise mit dem Thema "Tod und Trauer" auseinandersetzen.
  •  2013 wurde die Interaktive Ausstellung "leb los – leblos : Leben und Tod sind untrennbar" in St. Vith organisiert und 2015 in Eupen. Die Ausstellung bot den Jugendlichen eine Auseinandersetzung mit den Themen Tod, Trauer und Abschied. Sie sensibilisierte das Bewusstsein, dass der Tod ein ständiger Begleiter ist und dass wir immer kleineren und größeren Abschieden in unserem Leben begegnen. Gleichzeitig regte die Ausstellung einen Austausch unter Jugendlichen an, "ich bin nicht der/die einzige" und die Frage "wie gehe ich mit Abschied um?"
  • Im Süden besuchten die Schüler und Schülerinnen einiger Klassen des 5. Sekundarschuljahres der vier Sekundarschulen diese Ausstellung (BS/TI, MG, BIB und KA). Im Norden waren es die Schüler des RSI und des KA-Eupen. Auch für die Öffentlichkeit gab es die Möglichkeit, die Ausstellung zu besuchen.
  • Zur Zeit arbeitet die Gruppe daran, ein "Hand-out" für die Sekundarschulen anzufertigen, welches als Unterstützung und Richtlinie in Akutsituationen für Lehrer und Jugendliche dienen soll. Es soll eine theoretische Auseinandersetzung mit dem Thema ermöglichen. Gleichzeitig wird aber auch pädagogisches Material und Anregungen angeboten werden.

 

 

Ein Leben ohne dich

Ein weiteres Angebot bietet die Gruppe „Leben ohne dich“ für trauernde Jugendliche. Diese Gruppe ist ausgehend von der Gewissheit entstanden, dass Kinder und Jugendliche, die Leid erleben, aber trauern dürfen und dabei Begleitung erfahren, oft als starke Menschen aus dieser Situation herausgehen.

Ziel dieser Gruppe ist es, die Jugendlichen zu unterstützen, indem sie in einem kreativen und dynamischen Rahmen einen anderen Ausdruck für ihre Gefühle finden; sie können sich mit anderen Jugendlichen treffen, die Gleiches erlebt haben. Bei diesem Angebot handelt es sich um eine „offene“ Gruppe, d.h.: der Jugendliche kann jederzeit hinzustoßen und beliebig oft mitmachen und natürlich auch mitgestalten. Film oder Musikvideo anschauen, selber Gedichte oder Texte schreiben werden, gemeinsam essen … jede Idee ist willkommen!

 

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